“My name is Captain Jack Sparrow,
-ah, I take it some of you have heard of me.”




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Montag, 15. September 2003

Der Beginn von alle dem ...



::: Piratengesang in der Karibik :::


Willkommen auf Tortuga
und meiner guten alten Black Pearl.

Öffnet mit mir Schatztruhen
und sucht nach meiner Seele!



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Aloha, darf ich mich vorstellen.
Man nennt mich Capri
und ich bin zur Zeit dieses
piratenmäßigen Geschehen 36 Jahre alt.
Habe 9 jährige Zwillingsmädchen
und bin seit 1990 mit Tom meinem Mann verheiratet.


Ich erinnere mich noch gut an diesen sonnigen Tag in Spanien,
als Jack Sparrow in mein Leben trat.
An der Costa Brava pfiff ein warmer Wind
und wirbelte den Sand am Strand hinauf.

Meine Familie und ich verbrachten seit 4 Wochen
unseren Urlaub in Spanien und die Stimmung
war einfach sensationell. Uns ging es gut,
wir hatten Sommer, Sonne, Meer satt.
Was will man mehr ... ?



Und als wir so am Strand lagen,
hinter uns die „Islas Medas“
eine nett anzusehende Inselgruppe,
und nach Schatztruhen gruben,
erzählten mir meine Zwillinge,
dass sie eine Flaschenpost gefunden hätten,
mit dem Hinweis auf Piraten.



Eine schwarze Perle würde sich der Küste nähern,
so stand es in dem Schreiben verfasst.
Die Schrift war krakelig und verwässert
und es war schwer, die Botschaft zu entziffern.
Doch was ich nicht vergessen werde,
war der Name, der in mir großen Lettern entgegen prangte.


Captain Jack Sparrow!

Ich lief zum Hafen von Estartit um Ausschau zu halten,
hätte ich gewußt, das ich noch Geduld üben müßte,
um Jack und seine Crew zu Gesicht bekommen,
so hätte ich nicht stundenlang auf der Kaimauer zu gebracht
und den Blick zum Horizont gerichtet.



Wie gut jedoch, das mir in diesem Jahr der Zufall
auf die Sprünge half und ich beim Wandeln
durch die alte spanische Stadt in einem Hinterhof einen Schmied fand,
der willig war mir eines seiner Schwerter zu verkaufen.

COLADA nannte sich das gute Stück,
das dem berühmten Krieger Spaniens
EL CID nachgeschmiedet war.

Bewaffnet und leichtes Schrittes machte
ich mich auf den Heimweg und wußte,
dass das Abenteuer nun beginnen würde,
denn ich war gewappnet und für alles bereit!



In Deutschland zurückgekehrt hängte ich mein Schwert
erst einmal in die Wandhalterung
und betrachtete es mit Abstand.

Wie lange würde es dauern,
bis Jack bei mir auftauchen würde,
um mich zu erobern. Würde ich mich wehren?
Nein gewiß nicht ...
ich war bereit mit ihm Seite an Seite zu kämpfen,
und ich wußte, der Tag des Zusammentreffens
war nicht mehr lang.




Wenige Monate später zog
es uns dann in die großen Kinos von Colonia
und endlich waren auch wir vom Fluch der Karibik gepackt ...

Ich ahnte nicht, was durch diese Zusammenkunft noch alles passieren würde ...



[ Capri ]

Dienstag, 2. September 2003

::: Fluch der Karibik ::: Filmstart in USA

Fluch der Karibik
(Abenteuer)
USA 2003

Pirates of the Caribbean
The Curse of the Black Pearl

Kinostart:
02.09.2003

 Gore Verbinski
Drehbuch
Terry Rossio 
 
Schauspieler:
Johnny Depp
Orlando Bloom
Jack Davenport
Keira Knightley
Zoe Saldana



Fast-Food-Ketten wie „McDonald's“ oder „Burger King“ 
erfreuen sich heutzutage großer Beliebtheit. Aber warum?

Sicherlich werden keine kulinarischen Leckerbissen geboten,
doch dies ist auch überhaupt nicht beabsichtigt.
Stattdessen verlassen sich die Betreiber auf andere Qualitäten.
Wie der Name schon andeutet, erhält man sein Essen ohne lange Wartezeiten.
Ferner bekommt der Kunde exakt das, was er bestellt und wird nicht
auf welche Art auch immer überrascht. Ein BicMac ist ein BicMac.

Egal zu welcher Uhr- oder Jahreszeit. Nein, „Filmstarts.de“
ist nicht zu den Restaurant-Kritikern übergelaufen, der Einstieg hat durchaus
einen filmischen Hintergrund, denn Jerry Bruckheimer ist gewissermaßen der
„McDonald's“ des Film-Business. Verwirrt? Nun, eigentlich liegt dieser
Vergleich auf der Hand. Wer eine Karte zu einem Bruckheimer-Film löst,
weiß genau, auf was er sich einlässt. Hochglanzoptik, eine technisch nahezu
perfekte Umsetzung, Action in allen Variationen, Komik, Patriotismus,
attraktive Darstellerinnen und Darsteller, eine obligatorische Liebesgeschichte
– eben alles in einem Film komprimiert, damit eine möglichst große
Zielgruppe angesprochen wird. Doch eben deshalb meiden viele Bruckheimer-Filme
wie der Teufel das Weihwasser, denn durch die konsequente Vereinung sämtlicher Genres
sind sie logischerweise oberflächlich und ohne jedweden Tiefgang.
Künstlerischer Anspruch ist zweitrangig - was zählt,
ist einzig das Box-Office-Ergebnis.


Ausgerechnet jener Bruckheimer soll nun mit „Fluch der Karibik“
das eigentlich tot geglaubte Genre der Piratenfilme wieder beleben?
Skepsis durfte durchaus angebracht sein. Der letzte Versuch, den Piraten
auf der Leinwand zu einem Comeback zu verhelfen, endete 1995
mit „Die Piratenbraut“ in einem finanziellen Desaster.

Dem horrenden Budget von 92 Millionen US-Dollar stand lediglich das
abschreckende Einspiel von knapp 11 Millionen gegenüber. Nun startet Bruckheimer
gemeinsam mit den Disney-Studios also acht Jahre später einen erneuten Versuch.
Das ambitionierte Vorhaben: Die filmische Umsetzung
einer Fahrattraktion der Disney-Parks.

Ein totes Genre mit der Verfilmung einer Geisterbahn für kleine Kinder
in altem Glanz erstrahlen zu lassen, klingt eigentlich unmöglich,
doch eben dies gelang! Der Schlüssel zum Erfolg lag darin,
dass es Bruckheimer fertig brachte, ein Team um sich zu scharen,
das seines gleichen sucht. Sein erster Schritt war es, Regie-Virtuose Gore Verbinski
zu verpflichten, der für perfekt eingefangene Bilder bekannt ist. Doch was nutzt
der beste Regisseur, wenn das Drehbuch nur zum Auslegen einer Mülltonne taugt?

Daher wurden als Autoren Ted Elliott und
Terry Rossio mit ins schwankende Boot geholt.
Ein guter Produzent zeichnet sich eben nicht dadurch aus,
dass er über herausragendes fachliches Wissen verfügt, sondern dadurch,
dass er weiß, wo dieses zu finden ist.

Der in der Hafenstadt Port Royal lebende Hufschmied Will Turner
(Orlando Bloom) ist seit Kindesalter an unsterblich in die bezaubernde
Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley) verliebt.
Als das berüchtigte Piratenschiff „Black Pearl“ unter der Leitung von
Captain Barbossa (Geoffrey Rush) Port Royal überfällt und Elisabeth entführt,
ist es für ihn selbstverständlich, dass er versucht, seine Liebste zu retten.
Koste es was es wolle. Doch als alte Landratte ist er nicht gerade prädestiniert,
auf eigene Faust ein Schiff voller blutrünstiger Piraten zu verfolgen.

Er ist auf Hilfe angewiesen und schließt aus diesem Grund einen Pakt
mit dem gefangenen Piraten Captian Jack Sparrow (Johnny Depp).
Will befreit Sparrow aus seiner Zelle und gemeinsam macht sich
das ungleiche Paar an die Verfolgung der „Black Pearl“. Warum ausgerechnet
Elisabeth entführt wurde, soll ebenso wie die Rolle eines mysteriösen Amuletts
und des noch mysteriöseren Fluchs an dieser Stelle aus Rücksicht potenzieller
Kinogänger gegenüber nicht erwähnt werden.

Bei der Geschichte erwies sich mit der namensgebenden Geisterbahn
(„Pirates Of The Caribbean") die größte Unbekannte geradezu als Segen.
Das vorgegebene Szenario als Mischung aus klassischem Piratenmovie
und Mystik weiß voll und ganz zu überzeugen. Sicherlich hat sich auch in
„Fluch der Karibik“ wieder die alte Bruckheimer-Krankheit eingeschlichen,
dass der Film nicht über sonderlich viel Tiefgang verfügt, doch die Inszenierung
ist derart flott, dass dem Zuschauer kaum die Zeit zum nachdenken bleibt.

„Fluch der Karibik“ kennt nur ein Ziel: Unterhalten,
und zwar von der ersten bis zu letzten Minute. Und das gelingt ihm ohne Abstriche.
Die Geschichte bietet gerade durch das Spiel mit den Piraten-typischen Klischees
jede Menge Lacher und reichlich Raum für ausgefeilte Schwertkämpfe
und Seeschlachten. Herz, was willst Du mehr?

„Fluch der Karibik“ geht in Sachen Spezialeffekte denselben Weg
wie zuvor Terminator 3. Mit aus dem Computer stammenden Effekten
wird so sparsam wie möglich umgegangen. Was möglich war,
wurde mit Hilfe von Pyrotechnik und realen Kulissen gefilmt.
Einzig die Auswirkungen des Fluches – die mal wieder nur das Mondlicht preisgibt
– mussten mit Hilfe moderner CGI-Animationen dargestellt werden.

Doch im Gegensatz zu manchen Szenen im Action-Reißer Matrix Reloaded
wirken diese trotz ihrer offensichtlichen Herkunft echt. Die Masken
und Piratenoutfits wurden allesamt in mühsamer Handarbeit hergestellt
und sind entsprechend glaubwürdig. An der technischen Umsetzung lässt sich,
wie in allen Bruckheimer-Filmen, mal wieder nichts bemängeln.

Die Darsteller von „Fluch der Karibik“ wissen ohne Abstriche zu gefallen.
Die bezaubernde Keira Knightley, die eben noch mit einen internationalen
Achtungserfolg landete, stahl nicht nur durch ein gewagtes Outfit bei der
Premiere ihren männlichen Mitstreitern die Schau, sondern sollte auch
als Darstellerin den endgültigen Duchbruch geschafft haben. Als nächstes
Projekt konnte sie sich die Rolle der Guinevere in der Mega-Produktion
„King Arthur“ angeln. Um sie muss man sich zukünftig keine Sorgen mehr machen.

Selbiges gilt für Orlando Bloom. Eine steilere Karriere wie die seinige ist
wohl kaum vorstellbar. Die erste Rolle des Frauenschwarms nach Abschluss
der Schauspielschule war bekanntlich die des Elfen Legolas in der „Herr der Ringe“-Saga.

Ein Erfolg, der sich wohl kaum toppen lässt, doch trotzdem ist seine bisher
zugegebenermaßen recht kurze Biographie voll gestopft mit Blockbustern.
Charakterdarsteller Geoffrey Rush liefert als fieser Oberschurke Barbossa,
der trotzdem immer wieder einen lockeren Spruch auf den Lippen hat,
ebenfalls eine mitreißende Vorstellung ab.
Absolutes Highlight des Films ist jedoch Johnny Depp. Schon allein seine Anwesenheit
auf der Leinwand regt zum Schmunzeln an. Nach eigener Aussage war es ein
Kindheitstraum von ihm, einmal einen Piraten spielen zu dürfen. Obwohl die
Glaubwürdigkeit derartiger Äußerungen prinzipiell dahingestellt sei, nimmt man
Depp dies ohne mit der Wimper zu zucken ab. An seine Interpretation des Jack Sparrow
werden sich Filmfreunde noch in Jahren erinnern. Depps Leistung allein ist das Eintrittgeld
mehr als Wert. Seinen Charakter zu beschreiben scheitert bereits im Ansatz.

Sparrow wirkt arrogant, bekifft, leicht tuntig, liebenswert, tollpatschig,
bemitleidenswert, abgebrüht – er wandelt zwischen den Extremen,
ohne dabei ins Straucheln zu geraten. Eine der faszinierendsten Film-Figuren
der letzten Jahre, die man einfach gesehen haben muss. Wer die Möglichkeit hat,
sollte sich „Fluch der Karibik“ unbedingt im englischen Original anschauen.

Depp spricht mit einem wunderbaren, aber teils schwer verständlichen Akzent,
der die Atmosphäre noch zusätzlich steigert.

„Fluch der Karibik“ könnte die Initalzündung zu einer Renaissance der Piratenfilme sein.
In den USA wurde die 275 Millionen Grenze bereits durchbrochen, was eine Fortsetzung
sehr wahrscheinlich macht. Und warum auch nicht? Mit „Fluch der Karibik“ gelang dem
Team um Jerry Bruckheimer ein rundum gelungener Film, dem zwar sicherlich nicht
das Prädikat „künstlerisch besonders wertvoll“ gebührt, aber trotzdem Lust auf mehr macht.
Viel mehr! Doch bis dahin:  
„Hisst die Segel, ihr räudigen Landratten! Auf ins Abenteuer…“



Jürgen Armbruster 
In Zusammenarbeit mit dem Filmstarts-Team 
[ J A C K ]